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Wissenschaftler präsentieren bisher vorliegende weltweite Erfahrungen und Daten zur Beatmung von COVID-19-Patienten

Alfred Kuczera 0

In der jüngsten Ausgabe des „Journal of the American Medical Association“ (JAMA) beleuchten Prof. Dr. Luciano Gattinoni von der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und Prof. John J. Marini von der Universität Minnesota/USA einige Besonderheiten der durch COVID-19 verursachten Lungenschäden – resultierend aus den bisher vorliegenden Erkenntnissen.

Unter anderem sind die beiden Wissenschaftler, die zu den bekanntesten Experten für Intensivtherapie, Lungenphysiologie und -pathophysiologie und mechanische Beatmung gehören, der Frage nachgegangen, warum sich der Gesundheitszustand bei manchen der beatmeten COVID-19-Patienten eher verschlechterte statt verbesserte. Sie fanden Hinweise auf den zugrundeliegenden Mechanismus, durch den die Lunge geschädigt wird. Jüngsten Daten aus italienischen Kliniken zufolge ist die Lunge bei COVID-19-Patienten in der Initialphase nicht so stark in ihrer Mechanik beeinträchtigt wie bei anderen Formen einer schweren, akuten Lungenentzündung. Da sich in der ersten Krankheitsphase deutlich weniger Flüssigkeit in der Lunge ansammelt, als dies bei einer „klassischen“ Lungenentzündung der Fall ist, bleibt sie ungewöhnlich lange gut dehnbar und elastisch, so die Autoren.

Von einer Standardtherapie mit frühzeitiger Intubation und Intensivbeatmung, wie sie sonst bei einer schweren Lungenentzündung angewandt wird, raten die Wissenschaftler daher in dieser Phase ab. Bei bedrohlicher Atemnot von COVID-19-Patienten empfehlen sie, zunächst durch eine angemessene Unterstützung des Gasautauschs und der Atmung, angepasst an die verschiedenen Stadien der Krankheit, dafür zu sorgen, dass die Lunge Zeit erhält, zu heilen und sich zu erholen.

Weitere Informationen: PUBLIKATION: JAMA Insights | Clinical Update: Management of COVID-19 Re-spiratory Distress; John J. Marini, MD; Luciano Gattinoni, MD. Published Online: April 24, 2020.JAMA.2020. doi:10.1001/jama.2020.6825, https://jamanetwork.com/journals/jama/fullarticle/2765302

Quelle: Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität

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