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Einflüsse aktueller IT-Trends auf die Laborbranche – Innovationen, Chancen und Risiken

Alfred Kuczera 0

Mit seinem Vortrag auf der MEDICA beleuchtete Michael O. Knipps, geschäftsführender Gesellschafter der COMED GmbH und KKC-Partner, die Veränderungen durch die Digitalisierung in der Laborbranche. Nach einer Studie von McKinsey könnte das deutsche Gesundheitswesen jährlich 34 Milliarden Euro durch eine konsequente Digitalisierung einsparen. Der Bundesverband Gesundheits-IT identifizierte 2018 neun Top Health IT Trends, darunter Interoperabilität, KI, IT-Sicherheit, Mobile Health und Telemedizin.

Als die Bertelsmann-Stiftung 2018 die Digitalisierung in 17 Staaten bewertete, war Deutschland nur auf dem vorletzten Platz zu finden. Generell fehlt es an einer gemeinsamen Vision für die datenbasierte Gesundheitswelt. Eine verhängnisvolle Position, denn der Gesundheitsableger Verily von Google investiert gerade 1 Milliarde Dollar in den Gesundheitsmarkt der EU. Silicon Valley macht Druck. Google, Apple und Amazon werden zur Gefahr für deutsche Krankenversicherer. Das gesetzliche System der Krankenkassen ist darauf nur unzureichend vorbereitet.

Aktuell sind drei große Trends zu verzeichnen. Erstens: die KI unterstützt durch die überlegene Bild- und Mustererkennung den Diagnostikprozess der Radiologen, Pathologen und Dermatologen. Das Smartphone liefert den schnellen Zugang zur digitalen Medizin: Telekonsultation und die Einholung von Zweitmeinungen, aber auch die Befundungsdienste für Labor- und Radiologieberichte werden entscheidend verbessert. Den dritten Trend bilden die Cloudservices in der Medizin, sie erleichtern die Analyse, den Vergleich und die Interpretation medizinischer Daten auf breiter Basis. Gesetzliche Regelungen zur Verwendung dieser Daten für kommerzielle Zwecke fehlen allerdings noch.

Michael Knipps beobachtet gegenwärtig einen Umbruch in der Softwarelizenzierung. Die Kunden sind zunehmend sensibilisiert für die Wahl der Lizenzform, nachdem sie die IT-Integrationskosten für Standorte unterschätzt hatten. Neue Lizenzmodelle wie Infrastructure as a Service (IaaS), Platform as a Service (PaaS) und Software as a Service (SaaS) finden zunehmend neue Nutzer. Die Herausforderung ist allerdings die Interoperabilität sowohl der Softwaresysteme als auch der Datenquellen. Der Kunde sollte sich vor Vertragsabschluss genau vergewissern, wer letztendlich die Datenhoheit besitzt.

Best of Breed Modelle nutzen für den jeweiligen Anwendungsbereich die beste Lösung auf dem Markt, um mit offenen Schnittstellen unabhängig von der Komplettlösung eines Softwareherstellers zu sein. Um Kosten zu sparen, sollte ein Multi-Mandantensystem gewählt werden, welches unabhängig von der Nutzeranzahl ist. COMED verfügt eine langjährige Erfahrung in der Einführung von DIMS-eCommerce-Software als unternehmensweite Sourcingplatform, zum Beispiel bei der Agrolab Group, welche in sechs Ländern Umwelt-, Wasser-, Agrar-, Futtermittel- und Lebensmittelanalytik betreibt. Aber auch die 30 Augenkliniken der Artemis Gruppe entdeckten die Vorteile für die zentrale „Scan and Go“-Lösung des SHS-WEB von COMED für die Verwaltung der Bestands- und Konsignationsware an 23 Op-Standorten.

Als Fazit konstatiert Michael Knipps die Erfahrung: Sicher ist nur der Wandel. Er empfiehlt eine sorgfältige Planung und Prüfung der eigenen IT-Anforderungen zur Wahl des passenden Lizenzierungsmodell. Vor allem aber rät er: Bleiben Sie der Herr Ihrer Daten!

Quelle: Manfred Kindler, KKC

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