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Alle Beteiligten können das Gesundheitswesen verbessern

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Wolfram-Arnim Candidus, Präsident der Bürgerinitiative Gesundheit e.V. appellierte in seinem Vortrag auf dem KKC-Stand der MEDICA 2014 an die Fachbesucher, gemeinsam an einem Gesundheitssystem zu arbeiten, dass sich an dem orientiert, der zahlt – nämlich am Bürger.

Die ursprüngliche Idee des Gesundheitssystems als bestmögliche Förderung der Gesundheit der Bürger , müsse in den Diskussionen über das Gesundheitswesen berücksichtigt werden und dafür sei der KKC nach Wolfram-Arnim Candidus eine ideale Plattform. Denn der Verband bringt die verschiedenen Beteiligten im Gesundheitssystem zusammenbringen und ermöglicht Diskussionen. Insgesamt zahlen Krankenkassenmitglieder in Deutschland laut Candidus 300 Milliarden Euro jedes Jahr ein. In seiner engagierten Rede ermunterte er Bürger wie Fachkräfte des Gesundheitswesens, sich einzumischen und selbst etwas dazu beizutragen, dass System zu verbessern.

Wolfram-Arnim Candidus ist seit 1958 im Gesundheitswesen tätig – zunächst als examinierter Kranken- und OP-Pfleger mit betriebswirtschaftlicher Ausbildung, 25 Jahre lang als Manager und Geschäftsführer von nationalen und internationalen Konzernen der Medizinprodukteindustrie sowie 20 Jahre als freiberuflicher Unternehmens- und Personalberater im Gesundheitssystem. Seit 2006 ist er Präsident der gemeinnützigen, unabhängigen und überparteilichen Bürgerinitiative Gesundheit DGVP e.V. Über das Gesundheitswesen spricht er demnach aus der Erfahrung unterschiedlicher Rollen – und das mit deutlichen Worten: „Dieses Gesundheitswesen ist mittlerweile zu einem Krankenkassenpflichtversicherten-Betreuungssystem verkommen und hat nichts mehr mit dem ursprünglichen System zu tun.“ Vor 30 Jahren sollten die Versorgungsbedürfnisse der Bürger bestmöglich befriedigt werden. Heute werde das System laut Candidus bestimmt durch die Bestrebungen der Krankenkassen, Kosten und Einrichtungen zu minimieren. Und die Politik sei nicht auf Nachhaltigkeit ausgerichtet .

Mangelnde Nachhaltigkeit, Kostenminimierung und Rationalisierung machte der DGVP-Präsident unter anderem an der aktuellen Regierungsentscheidung fest, den Beitragssatz zum 1. Januar 2015 von 15,5 auf 14,6 % zu senken. „Dies wird ein Riesenproblem für alle Versicherte und in Krankenhäusern Tätigen werden,“ so Wolfram-Arnim Candidus. „Die Krankenkassen konzentrieren sich auf Kostensenkung, da sie befürchten, dass die Kunden bei einer Anhebung des Beitragssatzes zu einer anderen Versicherung weglaufen.“ Seine Vermutung ist, dass ggf. Krankenkassen fusionieren müssen und dass der Druck der Krankenkassen auf die Ärzte und Kliniken, Kosten zu senken , noch größer werden wird. Ferner kommentierte er die Absicht des Bundesministeriums für Gesundheit, ein Qualitätsinstitut einzurichten: „Ein staatlich reglementiertes Institut ist nicht die Lösung für das, was Sie hier auf dem KKC-Stand den ganzen Tag diskutieren – nämlich Prozessoptimierung, bessere Vernetzung.“

Weitere Vorhaben wie die Einrichtung zentraler Stellen für die Vergabe von Facharztterminen und die Einführung einer Zweitmeinung sieht der Experte des Gesundheitswesens ebenfalls kritisch. Ferner müsste die Politik den Bürgern sagen, dass sie einen höheren Beitrag bezahlen müssen, um weiterhin adäquat versorgt zu werden. Und dass sie stärker selbst für den Erhalt ihrer Gesundheit sorgen und ein Kostenbewusstsein für die Wiederherstellung ihrer Gesundheit entwickeln müssten. Candidus befürchtet, dass sich im Jahr 2020 der Beitragssatz auf 22 bis 25% erhöhen wird, wenn das bisherige System beibehalten wird. Der Beitragssatz für die Arbeitgeber wurde auf 7,3 % eingefroren, damit diese nicht bei einem weiter ansteigenden Satz mitbeteiligt werden. „Angesichts der Ausgaben für Fehltage ihrer Mitarbeiter von 65 Milliarden im Jahre 2014 müssten die Arbeitgeber ebenso wie die Politik ein Interesse daran haben, dass sich die Bürger stärker beteiligen, damit die Arbeitnehmer schneller an den Arbeitsplatz zurückkehren.“

In seinen Schlussworten des Vortrags empfahl Wolfram-Arnim Candidus den Fachbesuchern der Messe, nicht nur an den Umsatz und die eigenen Interessen zu denken, sondern sich einzumischen und Politiker vor Ort anzusprechen, damit die heutigen Missstände beseitigt werden.

 Bericht von Jutta Witzel, mehrPerspektiven und KKC-Aktivteam

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